Als 1402 Jean de Béthencourt erstmals das Archipel der kanarischen Inseln entdeckte, lebten schon seit ca. 2000 Jahren Menschen auf den Inseln. Heute werden sie als Altkanarier oder Urkanarier bezeichnet.
Jean de Béthencourt entdeckte 1402, die unter dem heutigen Namen bekannten Inseln Fuerteventura, Lanzarote, La Gomera und El Hierro. Die Eroberung der kanarischen Inseln dauerte das gesamte 15. Jahrhundert an. 1478 – 1483 vollzog sich die Eroberung Gran Canarias. 1492 – 1493 wurde La Palma unterworfen und schlussendlich wurde von 1494 – 1496 Teneriffa erobert.
Jede Insel ist einzigartig und die Ureinwohner werden unterschiedlich bezeichnet. Auf Teneriffa lebten die Guanchen, auf La Palma die Benahoaritas, auf La Gomera die Gomeritas, auf Gran Canaria die Canarios, auf Fuerteventura und Lanzarote die Majos und auf El Hierro die Bimbaches.
Aus europäischer Sicht, lebten die Urkanarier am Ende der Welt, am Rande des Ozeans, von dem man nicht wusste, ob es dort weiter ging. Die Expeditionen unter spanischer Krone, waren der Vorreiter zu Christoph Kolumbus‘ Expeditionen.
Die Ureinwohner lebten als Bauern, betrieben Schaf-, Ziegen- und Schweinezucht. Sie verehrten den Gott Acorán und lebten in Gemeinschaften unter der Führung eines Königs, des Guanarteme.
Ihr Grundnahrungsmittel Gerste, wird auch heute noch genutzt und selbst in großen Supermärkten verkauft. Die geröstete und zerstoßene Gerste wird Gofio genannt.
Auf Gran Canaria gibt es viele Orte zu entdecken, die Einblicke in das Leben der Altkanarier bieten oder wo auf ihren Spuren gewandelt werden kann.
Im Folgenden möchten wir unsere Ausflüge vorstellen und neugierig machen, sich selbst auf Entdeckungsreise zu begeben.
- La Restinga
- Artenara
- Barranco del Álamo
- Cañada de los Gatos
- Cenobio de Valerón
- Cuatro Puertas
- Cueva Pintada – Gáldar
- El Burrero
- Cuevas Bermejas
- Cuevas de Caballero
- La Fortaleza de Ansite
- Las Palmas de Gran Canaria
- Mundo Aborigen
- Pozo Izquierdo
- Roque Bentayga
Archäologische Stätte La Restinga
La Restinga war vor der spanischen Kolonisation eine der größten Siedlungen der Altkanarier. Seit 1991 wird dieses Gebiet geschützt als „Kulturelles Interesse“. Es gab mehr als 12 Steinhäuser in unmittelbarer Nähe zum Meer. Diese Altkanarier fischten, sie hatten Ziegen und Schafe und konsumierten ihre Milch. Schweine hielten sie zum Verzehr.

Es gibt einen kurzen Rundweg und einige Hinweisschilder. Der Blick liegt frei auf den Atlantik bis nach Las Palmas.

Artenara
Artenara ist das höchstgelegene Dorf Gran Canarias. Es liegt in den Bergen des Tamadaba Gebirges auf 1270 m Höhe. Der Ort hat mehrere wunderbare Aussichtspunkte, von denen sich grandiose Ausblicke bis zum Pico de las Nieves und dem Roque Nublo bieten.

Ein Besuch in Artenara ist lohnenswert. Es gibt das ethnographische Höhlenmuseum. Die Gemeinde Artenara erwarb sieben Höhlen um sie der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. 1962 kaufte Santiago Aranda die Höhlen, der sie wieder bewohnbar machte und mit typischen Möbeln ausstattete. Anschaulich wird das Leben der damaligen Höhlenbewohner dargestellt. In Artenara gibt es heute noch 600 Höhlen, die teilweise bewohnt werden, natürlich auf moderne Art und Weise. Die heutigen Höhlen sind mit Toiletten und fließend Wasser ausgestattet.

Im Museum erfuhren wir auch einiges über die Lebensweise der Höhlenbewohner, ihr traditionelles Handwerk und die Bauweise der Höhlen.

Sehr interessant ist ebenfalls, dass diese Höhlen sehr wahrscheinlich auch von den prähispanischen Bewohnern der Gegend genutzt wurden.
Der Eintritt ist gratis.
Ein Besuch lohnt sich ebenfalls im Interpretationszentrum der kulturellen Landschaft des Risco Caído. Auch hier wird anschaulich und kindgerecht mittels Filmen und interaktiven Tafeln über das Leben der Altkanarier, der Bewohner der kanarischen Inseln, vor der Kolonialisierung durch die Spanier, berichtet.

Die Bergregion Tamadaba war heilig für die Altkanarier. Dort siedelten sie auch zuerst. Wir erfuhren etwas über ihre Ernährung, Tierhaltung und Astronomie. Zudem wurde eine Höhle nachgebaut. Dort wurde gezeigt, wie die Altkanarier den Jahreslauf verfolgten, anhand der Sternen- und Sonnenkonstellation.
Der Eintritt ist hier ebenfalls gratis.
Barranco del Álamo
Der Barranco del Álama (Pappelschlucht) befindet sich ganz in der Nähe von Teror. Auf unserer Wanderung liefen wir durch die vielfältige Landschaft, die es in den Barrancos auf Gran Canaria gibt. Die Pfade sind sehr spannend und vielseitig. Wir liefen durch Bambushainen, vorbei an riesigen Pappeln, Kakteen mit Kaktus- und Drachenfrüchten.
Auch hier gibt es Spuren der Altkanarier. Wir liefen an Berghöhlen entlang, wo sogar Menschen leben.

Cañada de los Gatos
Cañada de los Gatos befindet sich im Süden von Gran Canaria in Puerto de Mogán. Diese archäologische Ausgrabungsstätte ist die größte auf Gran Canaria und weist Reste eines großen vor über 1600 Jahren bewohnten Küstendorfes auf.

Auf dem Gelände befinden sich 19 Überreste von Häusern. Die Urkanarier bewohnten diese Region, da sie sich geschützt in der Schlucht befand mit unmittelbarer Nähe zum Meer. Die Häuser der Urkanarier wurden von jüngeren Häusern überbaut, aus der Zeit der spanischen Besiedlung Ende des 15. Jahrhunderts. Die letzte Bauphase ist auf das Ende des 19. bis Mitte des 20. Jahrhunderts datiert. Die Häuser dienten Wohn- und landwirtschaftlichen Zwecken.

Über einen Höhenweg, der wunderschöne Ausblicke auf Puerto de Mogán beschert, ist die Nekropolis „Las Crucecitas“ erreichbar. Die Gräber liegen offen und sind nicht tief in der Erde vergraben. Es sind sogar Skelettreste aus dem 13. Jahrhundert zu betrachten.
Der Eintritt beträgt 4€ pro Erwachsen und Kinder ab 10 Jahren zahlen 2€. (Stand Mai 2024)
Cenobio de Valerón
Diese beeindruckenden Höhlen befinden sich im Norden von Gran Canaria hoch oben in den vulkanischen Felsen gehauen. Die Ureinwohner von dieser Insel, die sogenannten Urkanarier, hauten vor über 800 Jahren diese Höhlen in den Felsen. Sie dienten hauptsächlich als Getreidespeicher. Sie verarbeiteten und bewahrten Getreide und Körner auf. Diese versiegelten sie mit Mörtel, damit sie lang aufbewahrt werden konnten. Sie wohnten und arbeiteten auch dort. Es ist beeindruckend diese Höhlen zu sehen.
Schon 1723 wurden die Höhlen, zumindest von bestimmten Personen, besichtigt. Damals war jedoch der Aufstieg zu den Höhlen beschwerlich und gefährlich. Heute sind die Höhlen über Stufen, Treppen und angelegte Wege sehr gut zu erreichen.

Der Name „Cenobio“ bedeutet „Kloster“ und geht auf eine Fehlinterpretation der Höhlen zurück. Es wurde angenommen, dass die Höhlen zu einem Kloster gehörten, in welche sich unverheiratete Adelsfrauen bis zur Hochzeit zurückzogen. Heute ist belegt, dass diese Interpretation nicht richtig ist.
Der Eintrittspreis beträgt 3€ für Erwachsene, Kinder ab 10 Jahren zahlen 2€. (Stand Mai 2024.
Cuatro Puertas
Die archäologische Stätte „Cuatro Puertas“ in der Nähe von Telde gehört zu den Orten, den die Altkanarier, die Ureinwohner der Insel, vor der Besiedlung durch die Spanier bewohnt haben. Der Höhlenkomplex auf dem Berg Bermeja besteht aus Wohnhöhlen, rituellen Kultstätten und Lebensmittelspeichern.

Auf dem Berg befinden sich mehrere Höhlen. Es macht so viel Spaß die Wege entlang zu laufen. Besonders unsere Kinder hatten beim Klettern über das Vulkangestein, den Treppenstufen und durch die Höhlen sehr viel Spaß.
Der Weg ist als Rundweg gestaltet. Die erste Höhle, an der wir vorbei kamen war die Höhle Cuatro Puertas (Vier Türen Höhle) mit vier großen Felseingängen. Was die Funktion der Höhle betrifft, sind sich sie Forscher nicht einig. Es wird vermutet, dass es die Wohnstätte des obersten Priesters war, ein Viehstall oder eine Begräbnisstätte.

Anschließend liefen wir zur Cueva de los Papeles (Papierhöhle). Diese Höhle wurde von Hirten im Laufe der Jahrhunderte genutzt und gilt als Beweis dafür, dass sich Menschen vor der spanischen Besiedlung hier aufhielten.

Die letzten Höhlen sind die Cuevas de los Pilares (Säulenhöhlen). Diese in den Fels geschlagenen Höhlen dienten als Wohnraum. Hier wurden 1954 sogar einige Szenen aus dem Film „Tirma“ gedreht.

Die Aussicht auf die Ostküste, die Küstenorte Melenara, Salinetas und Taliarte ist sehr schön. Die Sicht ist bis nach Las Palmas möglich. Es bietet sich auch eine gute Sicht auf den Flughafen und wir beobachteten die Flugzeuge bei Start und Landung.

Cueva Pintada – Gáldar
In Gáldar befindet sich eine ehemalige Guanchensiedlung, von außen ganz unscheinbar im südlichen Teil der Stadt. Die damalige Hauptstadt Gran Canarias nannte sich Agáldar und befand sich im heutigen Gáldar.

Die ehemalige Guanchensiedlung ist heute ein Museum und Archäologiepark. Die Höhle ist riesig und das lässt sich von außen nicht erahnen. Über einen Steg läuft man über den einstigen Häusern hinweg, bis zur bemalten Höhle. Diese darf jedoch nicht fotografiert werden. Im kanarischen Museum in Las Palmas befindet sich jedoch eine Nachstellung, die fotografiert werden darf.

Das Museum wird ergänzt von Filmen, die über das Leben der Altkanarier und die gewaltvolle Kolonialisierung berichten.

Einige Häuser wurden nachgestellt. Diese kann man betreten und in das damalige Leben der Guanchen eintauchen.
Im Museum befinden sich Fundstücke, wie alte Tonkrüge, Muscheln und Werkzeuge. Viele Erklärungen berichten bis zur Kolonialisierung über das damalige Leben der Guanchen.
Ein Besuch ist sehr lohnenswert!

Erwachsene zahlen 6€ Eintritt, Kinder bis 12 Jahren sind vom Eintritt befreit. (Stand Februar 2026)
El Burrero
Die Ausgrabungsstätte El Burrero befindet sich im Osten Gran Canarias in unmittelbarer Nähe zum Flughafen. An der Küste vor dem kleinen Ort liegt dieser historische Fundort. Es wurden drei Häuser ausgegraben, die zu wohnlichen Zwecken dienten und auf das 5. bis 7. Jahrhundert nach Christus zurück datieren.
Angelegte Wege führen die Besucher zum historischen Fundort. Aufgrund des starken Windes, wird der Sand überall hingeweht.
Unsere Kinder waren von den Pfaden begeistert.

Direkt am Atlantik gelegen, lebten die Altkanarier hier sicherlich vom Fischfang. Heute sind vor allem noch die Höhlen im Fels zu sehen.
Nur 80 m vom Ufer entfernt liegt ein Schiffswrack, vier Meter unter dem Meeresspiegel. Es war ein korsisches Schiff aus dem 18. Jahrhundert.

Höhlensiedlung Cuevas Bermejas
Die Gegend der Höhlenwohnungen im Tal von Guayadeque war schon bei den Ureinwohnern von Gran Canaria beliebt. Heute leben dort immer noch Menschen, wobei die Höhlenwohnungen modern ausgestattet und sogar an das Kanalisationsnetz angeschlossen sind. Es gibt sogar eine kleine Kirche, in der jeden ersten Sonntag im Monat Gottesdienst stattfindet. Schmale Wege führen am Berghang entlang zu den einzelnen Höhlenwohnungen. Es ist sehr spannend, sich vorzustellen, wie die Einwohner leben. Die Wohnungen bestehen meist aus einem großen Raum. Viele Höhlenwohnungen sind wunderschön hergerichtet mit Malereien, Pflanzen und viel Liebe.

Wanderungen starten von diesem Ort ebenfalls. Ein kleiner Parkplatz steht zur Verfügung und ein Restaurant befindet sich vor Ort.
Im Barranco Guayadeque gibt es auch ein Interpretationszentrum über die Entstehung und das Leben der Altkanarier in der Schlucht.

Das Zentrum ist sehr interessant aufbereitet und beginnt mit der Entstehung des Barrancos auf Gran Canaria, ebenso weshalb es sehr viele Schluchten auf der kleinen Insel gibt. Desweiteren wird die Lebensweise der Altkanarier in den Höhlen anschaulich dargestellt. Was aßen sie, wie lebten sie, welche Tiere kultivierten sie, woher kamen sie, was geschah mit den Toten? Die Ausstellung endet mit der Kolonialisierung durch die Spanier.

Das Zentrum bietet viele ansprechende Ausstellungsstücke. Kinder hören Wasserplätschern durch Vulkangestein, sehen eine typische Wassermühle, können Tasten betätigen, wo Informationen erklärt werden und vieles weitere mehr.

Alle Informationen werden auf Spanisch, Englisch und Deutsch gegeben.
Erwachsene zahlen 5€, Kinder ab 5 Jahren zahlen 4€. (Stand November 2025)
Cuevas de Caballero
Die Cuevas de Caballero befinden sich in den Bergen von Moriscos. Sie liegen östlich von Artenara. Unsere Wanderung begann auf einer Höhe von 1670 m. Wir starteten auf einem breiten Wanderweg.
Die Cuevas de Caballero erreichten wir über einen schmalen Pfad, mit traumhaftem Ausblicken in den Talkessel von Tejeda, den gleichnamigen Ort und den Roque Nublo, das Wahrzeichen von Gran Canaria.

Dabei handelt es sich um sieben Höhlen, die sich im Felsmassiv Risco Chapín befinden. Sechs dieser Höhlen wurden von den Altkanariern in den Fels gehauen, die größte ist eine natürlich entstandene Höhle. Die Felsenhöhlen ähneln den Wohnhöhlen der Altkanarier. Jedoch wurden hier Symbole an den Wänden gefunden, die nahelegen, dass es eine Kultstätte gewesen ist.

La Fortaleza de Ansite
Nahe des schönen Bergdorfes Santa Lucía de Tirajana befinden sich drei Festungsberge. Archäologische Funde zeigen, dass sich in dieser Region viele Ureinwohner angesiedelt haben. Es gab reiche Vorkommen an Süßwasser, landschaftliche Nutzflächen und viele Höhlen in den Bergen, die als Wohnstätte und Getreidespeicher genutzt wurden. Eine sehr große Höhle verbirgt sich im Berg La Fortaleza de Ansite. Sehr bedeutend ist dieser Berg, da dies die letzte Zufluchtsstätte der Altkanarier war, vor der spanischen Kolonisation. Die Ureinwohner zogen sich hierhin zurück und versteckten sich vor den spanischen Truppen. Der Fels ragt zu fast jeder Seite einige Hundert Meter aus dem Barranco heraus. Die Altkanarier wurden von den spanischen Truppen jedoch ausgehungert, sodass sie letztendlich kapitulieren mussten. Der Sage nach, sprangen die Anführer der Altkanarier von dem Felsen, um nicht in die Fänge der Spanier zu gelangen.



Der Besuch der Berges kann wunderbar mit einer Wanderung verbunden werden. Der Festungsberg kann mittels eines kurzen Rundwanderwegs umlaufen werden.
Sehr sehenswert ist ebenso das Interpretationszentrum von La Fortaleza, welches sich unweit des Berges befindet. Wir schauten einen eindrucksvollen Film über das Leben der Altkanarier auf dem Felsen. Jeder, auch schon die Kinder, hatten ihre Aufgaben. Frauen melkten Ziegen, Männer erklommen die Dattelpalmen, Alte flochten Körbe aus Schilf. Wir erfuhren auch, was mit den Toten geschah und wie mit Komplikationen während der Geburt umgegangen wurde.

Im Interpretationszentrum ist zudem ausgestellt, wie archäologische Ausgrabungen stattfinden und welche Fundstücke vor Ort gefunden wurden. Es wurde sogar das Skelett einer Frau mit einem 5 Monate alten Fötus gefunden.

Im Anschluss bietet sich noch ein Stadtbummel durch die traumhafte Altstadt von Santa Lucía de Tirajana an.

Las Palmas de Gran Canaria
Las Palmas de Gran Canaria ist die Hauptstadt der Insel und mit nahezu 400.000 Einwohnern auch die größte Stadt der Insel. In Las Palmas befindet sich der Fährhafen, der die kanarischen Inseln mit Huelva auf dem spanischen Festland verbindet. Einige Kreuzfahrtschiffe legen ebenso in Las Palmas an. Zudem gibt es einen Stadtstrand, die Playa de las Canteras. Die Altstadt von Las Palmas ist wunderschön und der Kolonialstil ist zu spüren.

Zudem gibt es unzählige Cafés in die man einkehren kann. Wir haben den typischen Kaffee der Kanaren hier probiert, den Café Canario oder auch Barraquito genannt. Es ist ein Kaffeegetränk mit Kondensmilch, Espresso, Milchschaum, Zimt, Zitrone und eventuell noch Likör 43. Wir haben ihn jedoch ohne Alkohol getrunken. Der Kaffee ist sehr süß, gehört für uns jedoch zu den besten Kaffees, die wir getrunken haben.

Das Kolumbushaus in Las Palmas ist ebenso einen Besuch wert.

Wir erfuhren viele interessante Informationen zu den vier Reisen des Kolumbus in die „Neue Welt“. Im Museum kann man die typische Schlafkabine von Kolumbus auf dem Schiff bestaunen.

Der Eintritt kostet 4€, unter 18 jährige zahlen keinen Eintritt. Es ist nur Kartenzahlung möglich. (Stand März 2023)
In der Nähe des Hafens befindet sich das nachgebaute Schiff der Niña Caravel, mit dem Christoph Kolumbus 1492 in die Neue Welt gesegelt ist.

Das Schiff fuhr 1992 von Huelva nach Las Palmas de Gran Canaria mit einem Zwischenstopp auf La Gomera und anschließend den langen Weg über den Atlantik. Dies war die erste Reise, die je mit einem originalgetreuen Schiff der damaligen Zeit über den Atlantik gefahren ist. Die Überfahrt wurde von modernen Schiffen begleitet.

Leider fiel es schon Vandalismus zum Oper und hat Brandspuren.
In Las Palmas de Gran Canaria befindet sich im Ortsteil Vegueta das kanarische Museum (El Museo Canario). Das Museum wurde 1897 von dem kanarischen Mediziner, Historiker und Anthropologen Doctor Gregorio Chil y Naranjo gegründet.

Das Museum befasst sich mit dem Leben der Altkanarier und es wird anschaulich dargestellt wie und wo sie gelebt haben, wie sie sich ernährten, wie sie sich kleideten, was mit ihren Körpern nach dem Tod geschah und vieles weitere mehr.

Im Museum werden archäologische Fundstücke ausgestellt, die auf den kanarischen Inseln gefunden wurden und Aufschluss über das Leben der Altkanarier geben.

Das Außergewöhnlichste ist die riesige Ausstellung an Mumien- und Guanchenskeletten. So viele Schädel, so viele menschliche Überreste. Die meisten wurden auf 650 – 750 n. Chr. datiert. Babyskelette und sogar ein 17 Wochen alter Fötus waren sichtbar. Zudem wurden viele Verletzungen und Knochenbrüche an den Skeletten sichtbar gemacht.

Als Familie mit drei Kindern zahlten wir zusammen 6€ Eintritt. (Stand Februar 2026)
Der Besuch kann mit einem Stadtbummel durch den schönen Stadtteil Vegueta verbunden werden.
Mundo Aborigen
Im Süden von Gran Canaria, befindet sich in den Bergen, umgeben von der Schlucht von Fataga im Naturpark Ayagaures, ein Freilichtmuseum. Dieses widmet sich dem Leben der Ureinwohner der kanarischen Inseln, vor der spanischen Kolonialisierung.

Eindrücklich kann das Leben der Altkanarier nachempfunden werden. Alltägliche Situationen der Altkanarier wurden realitätsnah mit lebensgroßen Figuren nachgestellt. Viele Hinweistafeln klären über die Tätigkeiten, den Adel, das gewöhnliche Volk, die Rolle zwischen Frau und Mann und vielem mehr auf.

Ein typisches Dorf wurde nachgebaut. Wir liefen entlang der Häuser und konnten in viele hinein gehen. In den Häusern werden lebensnahe, klassische Situationen nachgestellt, wie z.B. die Einbalsamierung von den Toten, Adlige in der Ratssitzung, Frauen beim Kochen, der Fleischer beim Schlachten oder der Henker beim Richten.

Im kleinen Museum wird gezeigt, was sie aßen, wie sie sich kleideten, wie sie jagten, Fischfang betrieben, töpferten, Werkzeuge herstellten, kämpften und Tiere hielten.

Besonders, ist die Aussicht vom Freilichtmuseum. Wir blickten gen Süden auf die Dünen von Maspalomas, den Atlantik und gen Norden auf die karge, wüstenähnliche Landschaft und die beeindruckenden Schluchten.

Parkplätze stehen gratis am Freilichtmuseum zur Verfügung. Erwachsene zahlen 10€, Kinder ab 2 Jahren zahlen 5€. (Stand März 2025)
Pozo Izquierdo
Eine kleine unscheinbare Erinnerung an die Ureinwohner Gran Canarias findet sich in Pozo Izquierdo. Elf Rundgräber wurden entdeckt. In einem Grab fand man 2016 sie Überreste eines Mannes zwischen 30 und 45 Jahren. Die archäologischen Funde datieren auf das 12. Jahrhundert. Es wurden Meeresmuscheln als Grabbeigaben gefunden und Anzeichen von Feuer.

Roque Bentayga
Der Roque Bentayga wird auch als ‚Heiliger Berg‘ von Gran Canaria bezeichnet, denn er hatte für die Ureinwohner der Insel einen hohen symbolischen Wert. Er war der bedeutendste Kultort der Altkanarier. Astronomische Phänomene wurden von dem hohen Berg beobachtet. Im Tejeda Becken öffnet sich von hier oben der Blick auf den Roque Nublo, dem bekanntesten Wahrzeichen Gran Canarias und dem Pico de las Nieves, dem höchsten Berg der Insel

Am Besucherzentrum stehen Parkplätze bereit, um den kurzen Aufstieg von ca. 500 m zu starten. Der Besuch des Interpretationszentrums ist gratis und lohnenswert. Nette Guides stehen für Nachfragen und Erklärungen in Spanisch und Englisch bereit. Zudem gibt es viele Erklärungen auf Spanisch, Englisch und Deutsch. Wir erfuhren nach unserer Wanderung einiges über die Ureinwohner der Kanaren und den Hintergründen des Bentayga Berges.

Die Wanderung zur Kult- und Opferstätte des Heiligen Berges ist mit einem ca. 500 m langen Aufstieg eher kurz, aber sehr lohnenswert. Die Ausblicke auf den Roque Nublo und den Pico de las Nieves sind fantastisch. Ebenso sieht man in der Ferne die Bergdörfer Tejeda und Artenara. Der Weg ist, besonders für Kinder, abenteuerlich. Auf schmalen Pfaden und sogar Treppen geht es den Berg hinauf. Der Rückweg verläuft auf dem gleichen Pfad.
















