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Länder Afrika

Städtetrip Marokko mit kleinen Kindern und Baby

Marokko mit Kindern zu bereisen ist spannend und abenteuerlich zugleich. Das Land im Norden Afrikas bietet eine super Gelegenheit den afrikanischen Kontinent kennenzulernen.

Wir haben in einer Woche die Städte Marrakesch, Casablanca und Rabat erkundet.

Marokko ist ein Königreich, in dem 37 Millionen Menschen leben. Die Hauptstadt ist Rabat und die größte Stadt Casablanca. Marrakesch liegt zentral im Herzen Marokkos. Im Land wird nach einer konstitutionellen Monarchie regiert. Arabisch und Tamazight sind die Amtssprachen, Französisch ist sehr weit verbreitet und für Europäer die leichtere Wahl zur Verständigung.

Hassan II. Moschee in Casablanca

Marokko ist geprägt vom Berbertum, dem Islam und arabischen Bräuchen. Eine kulturelle Vielfalt, die sehr interessant ist.

Marokko hat vier Königsstädte, Fès, Marrakesch, Meknès und Rabat. Diese Städte werden Königsstädte genannt, da sie zu unterschiedlichen Zeiten die Hauptstädte Marokkos waren und ihre damaligen Herrscher sie prunkvoll ausbauten.

Wir haben einen günstigen Flug von Gran Canaria mit Ryanair nach Marrakesch gefunden und konnten uns bei dieser kurzen Flugzeit von 1,5 Stunden diese Reise nicht entgehen lassen. Wir haben eine Woche lang im Februar drei Städte in Marokko erkundet und freuen uns, unsere Erfahrungen zu teilen.

Flughafen Gran Canaria

Marrakesch

Unsere Reise durch Marokko startete in Marrakesch. Die quirlige Hauptstadt ist sehr touristisch und es ist, besonders im Zentrum viel los. Die Stadt pulsiert, der Verkehr ist chaotisch und überall gibt es etwas zu sehen, zu kaufen oder zu riechen.

Verkehr in Marrakesch mit nahezu jedem Verkehrsmittel

Mit drei kleinen Kindern kann dies leicht stressig werden. Daher planten wir immer ausreichend Ruhepausen in schönen Parks und ruhigeren Gegenden ein.

Lalla Hassana Park mit Blick auf Koutoubia Moschee

Marrakesch wird auch als „Rote Stadt“ bezeichnet und befindet sich im Herzen Marokkos. Die 1,1 Millionen Metropole ist bekannt für seine ockerfarbene Medina, die ebenfalls UNESCO-Welterbe ist.

In der Medina

Beim Entdecken der Königsstadt wurden wir mit einem vielfältigen Mix aus bunten Farben, intensiven Gerüchen, lauten Geräuschen, ruhigen Parks, verwinkelten Gassen und orientalischen Palästen überrascht.

Von unserer Unterkunft liefen wir zur Medina, vorbei an der beeindruckenden Stadtmauer Marrakeschs. Die Mauer datiert zurück auf das Jahr 520 und wurde von dem Kalifen Ali ben Youssef ben Tachfine in Auftrag gegeben. Die Mauer ist 9,8 km lang, 2 m breit und zum Teil bis zu 19 m hoch.

Stadtmauer

Wir gelangten zur Koutoubia Moschee, dem Wahrzeichen Marrakeschs. Sie stammt aus dem 12. Jahrhundert. Das 77 m hohe Minarett ist das bekannteste Bauwerk der Stadt und diente als Vorbild des Giralda Turmes in Sevilla.

Der Name der Moschee leitet sich von Buchhändlern (al-Koutoubiyyin) ab, die früher ihre Stände nahe der Moschee hatten.

Der Eintritt in die Moschee ist nur Muslimen gewährt. Zur Gebetsstunde öffnen sich jedoch die Tore und wir hatten die Chance einen Blick hinein zu werfen.

Koutoubia Moschee

Unmittelbar angrenzend an die Koutoubia Moschee befindet sich eine Ruheoase, der Lalla Hassana Park. Springbrunnen, schattige Plätzchen unter Orangenbäumen, grüne Wiesen und der bezaubernde Blick auf die Koutoubia Moschee, bieten alles um dem hektischen Treiben für einen Moment zu entfliehen.

Lalla Hassana Park

Die Medina, welche zum UNESCO-Welterbe zählt, ist wirklich einen Besuch wert. In den engen, verwinkelten Gassen, welche einem Labyrinth ähneln findet das bunte Treiben statt. Unzählige kleine Läden bieten ihre Waren zum Kauf an. Das Angebot reicht dabei vom Tuchhändler, zum Glas- und Keramikgeschäft bis hin zu klassischen Gewürzen und Schmuckgeschäften.

Der Hauptplatz von Marrakesch, Jemaa El Fna ist ebenso einzigartig. Wir hörten die Klänge der Schlangenbeschwörer, das Rufen der Händler, die frisch gepresste Säfte anboten, Frauen, die Hände mit Henna bemalen wollen und natürlich das Knattern der unzähligen Motorroller. Auf dem Platz herrscht das bunte Treiben. Einheimische wie Touristen halten sich hier gern auf.

Jemaa El Fna Hauptplatz

Ganz in der Nähe werden Fahrten mit der Pferdekutsche angeboten, die einen durch die Altstadt oder bis zum Hotel bringen, wenn man dies möchte.

Pferdekutschen in Marrakesch

Zu günstigen Preisen kann man hier gut essen. Wir holten uns frisch gepresste Säfte und probierten uns durch Erdbeer-, Mango-, Ananas- und Papaya- und Zitronensaft.

Ein Besuch am Vormittag ist lohnenswert, da dann noch nicht allzu viel los ist.

Wir besuchten die ehemalige Koranschule Medersa Ben Youssef aus dem 14. Jahrhundert. Sie wurde vom Sultan Abu al-Hasan gegründet und von den Saadiern im 16. Jahrhundert restauriert. In der ehemaligen Koranschule wurden Theologie und Naturwissenschaften an viele Schüler gelehrt.

Die Architektur der Koranschule ist beeindruckend und bietet filigrane Mosaike, Schnitzereien aus Zedernholz und Marmorböden. Die ehemaligen Zimmer der Schüler können besichtigt werden. Die Zimmer waren äußerst klein und manche boten kein Fenster. Dennoch wurden auch hier sehr schöne Mosaike verwendet.

Die Medersa Ben Youssef ist bei Touristen sehr beliebt. Als wir am frühen Nachmittag dort waren, war es sehr voll.

Erwachsene zahlen 50 Dirham (ca. 4,64€), Kinder ab 7 Jahren zahlen 10 Dirham (ca. 0,93€). (Stand Februar 2026)

Wir nächtigten in zwei verschiedenen Apartments nahe des Hauptbahnhofes.

Erstes Apartment in Marrakesch
Zweites Apartment in Marrakesch

Wir haben einen Spielplatz in Marrakesch im Oliveraie Park entdeckt. Der Spielplatz hatte mehrere Spielbereiche mit Klettergerüsten, Rutschen, Schaukeln und Wippen. Leider war sehr viel kaputt und der Park war nicht sehr ansprechend.

Oliveraie Park

Ein weiterer Spielplatz befindet sich im El Harti Park. Dieser Park ist sehr schön. Es gibt viele Kakteen und er ist eine Ruheoase im hektischen Marrakesch. Der Spielplatz hatte zwei Dinosaurier, die wohl einmal eine Rutsche sein sollten. Es gab eine kleine Wippe und ein Klettergerüst mit Rutsche. Jedoch war auch hier leider wieder sehr viel kaputt.

Der Hauptbahnhof in Marrakesch ist sehr sehenswert, selbst wenn man nicht mit dem Zug weiter reist, bietet sich ein Abstecher zu diesem tollen Gebäude an.

Wir nahmen von hier den Zug nach Casablanca und zahlten für zwei Erwachsene und ein Kind 340 Dirham (ca. 31€). (Stand Februar 2026)

Auf dem Rückweg von Casablanca nach Marrakesch haben wir 370 Dirham (ca. 34€) gezahlt. (Stand Februar 2026)

Casablanca

Casablanca liegt im Nordosten von Marokko, etwas südlich von Rabat, der Hauptstadt Marokkos. Sie ist die bevölkerungsreichste Stadt des Landes mit ca. 3,4 Millionen Einwohnern. Casablanca hat den größten Hafen von Nordafrika und ist ein wichtiges Industrie- und Handelszentrum.

Wir haben in einem modernen Apartment im Zentrum der Stadt, unweit des Hauptbahnhofes genächtigt. Wir hatten einen tollen Ausblick auf die Al Yassir Moschee. Die arabischen Gebetssänge hörten wir sehr häufig. Dies war eine spannende kulturelle Erfahrung für unsere Kinder.

Wir sind mit dem Zug von Marrakesch angereist und waren nach ca. 4 Stunden Fahrt in Casablanca.

Bahnhof Casablanca Voyageurs

Wir schlenderten durch die Gassen und ließen uns durch die Stadt treiben. Wir liefen in den Stadtteil Derb Ghlef. Viele schöne weiße Häuser sind dort vorzufinden.

Jedoch sahen wir auch viel Armut, viele bettelnde Mamas mit Kindern und bettelnde ältere Menschen. Sie möchten Taschentücher oder Wasser verkaufen. Leider lag teilweise auch sehr viel Müll auf den Straßen.

Eines der beeindruckendsten Gebäude Marokkos befindet sich in Casablanca, die Hassan II Moschee, welche sich in direkter Nähe zum Hafen in Casablanca befindet.

Hassan II Moschee

Das Minarett der Moschee ist 200 m hoch und somit das zweit höchste der Welt. Im Inneren befindet sich Platz für ca. 25.000 Gläubige. Der Zutritt für Nicht-Muslime ist nur mittels einer Führung möglich. Die Moschee wurde in den 1990er Jahren erbaut. Die Bauzeit betrug 6 Jahre und 2500 Bauarbeiter arbeiteten 7 Tage in der Woche an ihrer Fertigstellung.

Die Moschee stellt ein Symbol von Frieden zwischen den Weltreligionen dar mit dem Ziel, dass sich Gläubige aller Religionen willkommen fühlen. Es werden architektonische Elemente verschiedener Weltreligionen miteinander vereint.

Die Moschee ist ein heiliger Ort für Muslime. Das Gebäude steht direkt am Atlantik auf dem Wasser und wurde auf Stahlbetonpfeilern gebaut.

Symbolisch wurden auch die vier Elemente bedacht. Das Dach der Moschee lässt sich innerhalb weniger Minuten öffnen, sodass Luft einströmen kann. Dadurch fällt Sonnenlicht in die Moschee (Element Feuer). Das große Wasserbecken in der Gebietshalle symbolisiert das Element Wasser. Das Element Erde wird durch das Gebet auf dem Boden symbolisiert.

Rabat

Der letzte Stop unserer Reise war die Königstadt Rabat. Die Hauptstadt Marokkos hat uns am besten gefallen. Sie ist nicht so touristisch und überfüllt wie Marrakesch und bietet einen tollen Mix zwischen Moderne und orientalischem Flair.

Wir reisten mit dem Zug von Casablanca an und waren eine Stunde später schon in Rabat Ville. Für die Hin- und Rückfahrt von Casablanca nach Rabat zahlten wir 244 Dirham (ca. 23€) für uns fünf. (Stand Februar 2026)

Bahnhof Rabat Ville

Vom Bahnhof liefen wir durch die Souks in das historische Zentrum Rabats. In den Souks war vormittags noch kaum etwas los und viele Geschäfte hatten sogar noch geschlossen.

Eines der bekanntesten Wahrzeichen Rabats ist die Kasbah des Oudayas. Die ehemalige Festung stammt aus dem 12. Jahrhundert und wurde von den Almoraviden erbaut. Innerhalb der Festungsmauern befinden sich weiße Häuser mit blauen Türen, liebevoll gestaltete Blumenfenster, viele Babykatzen und es wirkte wie eine Medina mit Cafés, Riads und kleinen Häusern.

Der Eingang zur Kasbah erfolgt über das monumentale Stadttor Bab Oudayas mit wunderschönen Steinreliefs.

Baby Oudayas Eingangspforte

Innerhalb der Kasbah gelangten wir zu einem Aussichtspunkt. Von dort bieten sich beeindruckende Ausblicke auf den rauen und wilden Atlantik, dem Fluss Bou-Regreg und Salé, die Nachbarstadt Rabats.

Kasbah Viewpoint

Der Friedhof von Rabat liegt direkt am Atlantik mit Blick auf das Meer und wirkt sehr gedrungen. Es reihen sich Grabreihe an Grabreihe. Dies sieht von der Ferne betrachtet außergewöhnlich aus.

Unser Altstadtspaziergang führte uns weiter zum Hassan Turm, an der Flusspromenade entlang und unterhalb der Kasbah.

Hassan Turm

Der Hassan Turm ist im 12. Jahrhundert entstanden. Er sollte Teil einer riesigen Moschee werden, die nach dem Tod des Sultans nie beendet wurde. Das Minarett ist heute 44 m hoch, geplant waren 80 m. Auf dem Platz gibt es noch viele Säulenreste zu sehen.

Hassan Turm am Mausoleum

Ebenfalls am Platz des Hassan Turmes befindet sich das Mausoleum von Mohammed V. Es ist eines der bedeutendsten Bauwerke Marokkos, denn hier liegen Mohammed V., der Marokko in die Unabhängigkeit verhalf, sein Sohn Hassan II. und Prinz Abdallah begraben. Mohammed V. war ab 1927 Sultan und ab 1957 König von Marokko. 1956 wurde Marokko unabhängig von Frankreich.

Das Mausoleum wurde 1971 fertig gestellt und beeindruckt durch seine weiße Marmorfassade, den kunstvollen Mosaiken und der Wachmannschaft.

Das Gebäude und das Areal wird von 12 Wachposten bewacht, davon sitzen vier auf Pferden.

Beeindruckend ist die Grabhalle, die kunstvoll geschmückt und verziert ist. Der weiße Marmorsarg von Mohammed V. sticht dabei besonders hervor.

Grabhalle Mohammed V

Das Mausoleum ist eines der wenigen islamischen Mausoleen, die auch für Nicht-Muslime zugänglich sind und sogar gratis.

Das große Theater von Rabat haben wir nur von der Ferne bestaunt. Es wirkt futuristisch und sehr modern. Im Inneren können 7000 Besucher Platz finden. Es liegt direkt am Fluss Bou-Regreg und erinnert mit seiner geschwungenen Bauweise an die Wellen des Atlantiks.

Theater von Rabat

Das moderne Rabat wird durch den Mohammed VI. Tower repräsentiert. Der Turm ist 250 m hoch und somit der dritthöchste Wolkenkratzer in Afrika. Der Turm wird, ähnlich wie der Burj Khalifa in Dubai, als Bürokomplex, Wohnungen, einem Luxushotel und einer Aussichtsplattform genutzt. Der Wolkenkratzer wurde 2023 fertig gestellt.

Fazit

Wir hatten eine wunderbare Woche in Marokko und konnten drei Städte kennenlernen. Wir haben einen tollen ersten Eindruck des Landes gewonnen und möchten das nächste Mal das ländliche Marokko und die Wüste erkunden.

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