Kategorien
Afrika Länder

Sal, Kap Verden mit Kindern und Baby

Im Juni 2026 haben wir mit unseren drei Kindern die wunderschöne kapverdische Insel Sal bereist. Im folgenden Beitrag möchten wir unsere Erfahrungen und Tipps teilen und für eine Individualreise auf die Kap Verden inspirieren.

Unsere Anreise und Unterkunft

Wir sind von Gran Canaria mit der Airline Binter nach Sal geflogen. Die Flugzeit betrug nur 2,5 Stunden. Leider war die Abflugszeit mit 23:50 etwas ungünstig. Da die Kap Verden eine zweistündige Zeitverschiebung mit Gran Canaria hatten, nutzten wir die gewonnene Zeit am nächsten Tag zum Ausschlafen.

Wir haben in einer wunderschönen Ferienwohnung (Brito Place) in Santa María auf der Insel Sal eine Woche verbracht. Sie besaß alle Annehmlichkeiten, einen großen Balkon und das Highlight war der große Pool.

Brito Place in Santa María

Unser Vermieter organisierte uns einen Taxifahrer, welcher uns mitten in der Nacht vom Flughafen abholte und uns direkt in unsere Unterkunft fuhr. Wir zahlten 20€.

Vorbereitung

Um auf die kapverdischen Inseln einreisen zu dürfen, ist es für deutsche Staatsbürger notwendig eine Online Registrierung vorab vorzunehmen. Im Regelfall ist dies auch erst bei Einreise möglich. Diese nennt sich „EASE“ und kostet für alle Reisende ab 2 Jahren ca. 30€. Zudem muss der Reisepass noch mindestens 6 Monate nach Ausreise gültig sein. Eine Einreise mit Personalausweis ist nicht möglich. (Stand Juni 2026)

Allgemeine Informationen

Die Kap Verden sind ein ganzjähriges Reiseziel. Aufgrund ihrer Lage im Atlantik, in der Nähe von Senegal, sind auch im deutschen Winter angenehme Temperaturen von 22°C – 30°C.

Strand in Santa María

Sal bietet sich auch sehr gut als Reiseziel für Familien mit kleinen Kindern an. Die Insel bietet vielfältige Aktivitäten wie Surfen, Schildkrötenbeobachtung, Baden mit Zitronenhaien oder einer Monstertrucktour. Dennoch ist Sal eine überschaubare Insel. Die Distanzen sind klein und man kann sich auch während einer Woche genug Zeit lassen, um gemütlich am Strand oder am Pool zu entspannen oder zu spielen.

Die Insel Sal und auch weitere Inseln der Kap Verden sind ein ideales Fernreiseziel. Im Sommer beträgt die Zeitverschiebung zu Deutschland lediglich drei Stunden, im Winter nur zwei Stunden. Daher lohnt sich eine Reise auch für einen kürzeren Zeitraum von einer Woche, ohne Jetlag.

Insgesamt gibt es 10 Inseln, die zu den Kap Verden gehören. Davon sind jedoch nicht alle touristisch erschlossen. Da wir nur eine Woche Zeit hatten, wäre es sich nicht ausgegangen, weitere Inseln zu bereisen. Die Flüge zu den anderen Inseln wären für uns fünft zu teuer gewesen und die Fähren fahren nicht oft genug.

Auf Sal, besonders im touristischen Ort Santa María, im Süden der Insel, gibt es unzählige Restaurants, Cafés und Bars. Für ca. 8€ kann man ein klassisches Mittagsmenü bekommen. Es gibt einen größeren Supermarkt namens „Cazu„. Dort findet man viele Grundnahrungsmittel und lokale Produkte, ebenso wie Fleisch und Fisch. Da wir ein Apartment mit Küche hatten, haben wir oft selbst gekocht. Gegenüber von unserem Apartment befand sich ein kleinerer Supermarkt namens „Distri„. Dort holten wir Wasser und Brötchen.

Cazu Supermarkt

Geschichtliche Hintergründe

Im heutigen Inselstaat Kap Verde wird neben dem lokalen Kreol auch Portugiesisch gesprochen. Im 15. Jahrhundert wurde die Inselgruppe von Seefahrern unter portugiesischer Flagge entdeckt. Seitdem begann die Kolonialisierung. Als die portugiesischen Seefahrer 1456 das Archipel entdeckten, lebten dort keine Menschen.

Die heutigen Bewohner der Inseln haben daher europäische und afrikanische Wurzeln. Das sieht man der Bevölkerung auch an, denn neben sehr dunklen Hauttönen, gibt es auch jede hellere Farbabstufung dazwischen.

Ein Festumzug durch Santa María

Die Inselgruppe befand sich über Jahrhunderte in portugiesischer Kolonialherrschaft. In der Bevölkerung entwickelte sich eine kreolische Kultur aus portugiesischen Einflüssen und dem kulturellen Erbe vieler afrikanischer Sklaven. Die Bevölkerung vermischte sich und hat europäische und afrikanische Einflüsse. Aus diesem Mélange entwickelte sich eine kapverdische Identität und eine eigene Kreolsprache, die aus Portugiesisch und den Sprachen der afrikanischen Sklaven entstanden ist. 1975 erlangte der Staat seine Unabhängigkeit von Portugal.

Heute leben ca. 530.000 Menschen auf den 9 bewohnten Inseln. Die Hauptstadt des Inselstaates ist Praia auf der Insel Santiago mit ca. 150.000 Einwohnern.

Kap Verde ist mehrheitlich christlich geprägt, mit ca. 77% der Bevölkerung, die der römisch-katholischen Kirche angehört.

Neuapostolische Kirche in Espargos

Unsere Aktivitäten

Die Insel Sal ist eine ruhige Insel. Sie ist eine gute Mischung zwischen einem erholsamen Urlaub und ausreichend spaßigen Aktivitäten. Im Folgenden möchten wir unsere Unternehmungen vorstellen.

Porto Antigo in Santa María

Wir haben uns dafür entschieden für einen Tag einen Mietwagen zu nehmen. Diesen haben wir bei Hertz gemietet und alles hat super geklappt. Wir sind 77 km über die gesamte Insel gefahren und haben auf diese Weise, alle Highlights der Insel kompakt an einem Tag besuchen können. Es hat sehr viel Spaß gemacht offroad über die Insel zu fahren. Die asphaltierten Straßen enden, sobald eine Ortschaft endet und so mussten wir zu allen Sehenswürdigkeiten über holprige Sandstraßen fahren.

Unser Mietwagen Renault Duster

Shark Bay – Baía dos Tubarões

Im Osten von Sal befindet sich die sogenannte „Shark Bay“, die Haibucht. Vor dem Ufer schwimmen Zitronenhaibabys. Diese können vom Wasser aus beobachtet werden und sie schwimmen um einen herum. Das ist wirklich ein spezielles Erlebnis und so nah sind wir Haien noch nie gekommen.

Am Ufer befinden sich ein paar selbsterrichtete Holzhütten. Dort stehen viele Guides herum. Es finden auch viele Touren dahin statt, die im Hotel oder in Santa María gebucht werden können.

Vor Ort leiht man sich Wasserschuhe aus. Dann watet man durch das flache Wasser bis zu den Haien. Unser Guide erklärte uns kurz etwas zu ihnen und nach einer Weile traten wir den Rückweg an.

Wir zahlten 5€ pro Person, auch unser Baby musste bezahlen. Die Wasserschuhe waren im Preis inkludiert. (Stand Juni 2026)

Salinas Pedra de Lume

Die Salinen von Pedra de Lume liegen in einem erloschenen Vulkan dessen Kraterrand 39 m über dem Meeresspiegel liegt. Der tiefste Punkt des Kraters liegt weit unter dem Meeresspiegel.

Die Salinen gehören zu den sieben Naturwundern der Kap Verden und zum nationalen Kulturerbe.

Die Salinen sind entstanden da die Nordseite des Kraters durch natürliche Kanäle mit dem Meer verbunden war, somit konnte Meerwasser eindringen. Das Salzwasser versickerte in den Krater und hinterließ nach seiner Verdunstung eine Steinsalzablagerung von ca. 50 Millionen Tonnen.

Ende des 17. Jahrhunderts begann der Salzabbau und spielte fortan eine zentrale Rolle bei der Besiedlung der Insel. Zu Höchstzeiten exportierte die Insel mehr als 30.000 Tonnen Salz pro Jahr. Ende des 19. Jahrhunderts erlebte der Salzexport einen starken Rückgang, da der Hauptabnehmer Brasilien seine Einfuhr beschränkte.

In den 1920er Jahren gewann die Salzgewinnung wieder an Bedeutung. Das französische Unternehmen Salins du Cap Vert installierte eine 1100 m lange Seilbahn von den Salinen zum Hafen. Der vorherige Salztransport auf Tieren verlor an Bedeutung.

Zudem wurde ein Tunnel in die Vulkanwand gebohrt.

Französische und belgische Kolonien in Afrika wurden die wichtigsten Salzimporteure. Mit der zunehmenden Verfügbarkeit von Salz aus anderen Ländern, verlor die Salzgewinnung auf der Insel Sal an Bedeutung. Heute gibt es eine kleine Salzfarm, die hauptsächlich als Grundlage für kosmetische Produkte dient.

Ein Highlight ist das Bad in eines der großen Wasserbecken. Das Wasser besitzt eine 27 Mal höhere Salzkonzentration als Meerwasser und zählt somit, nach dem Toten Meer, als zweit salzreichste Konzentration weltweit. Wir genossen ein Bad im warmen Salzwasser und schwebten im Wasser.

Es stehen Duschen zur Verfügung. Jedoch kosten 30 Sekunden duschen 1€.

Erwachsene zahlen 6€ Eintritt. Unsere Kinder zahlten keinen Eintritt. (Stand Juni 2026)

Buracona – Blue Eye Höhle

Im Nordwesten von Sal befindet sich die Blue Eye Höhle. Das „blaue Auge“ ist ein Naturphänomen. Sonnenlicht scheint in eine Vulkangesteinshöhle und bringt einen leuchtend blauen Schimmer auf dem Wasser zum Vorschein.

Diese Naturphänomen zählt zu einem der meist besuchten Orte auf Sal und wird demnach auch stark touristisch gefördert. Es bilden sich Warteschlangen und Mitarbeiter koordinieren den Zugang. Der Blick in die Höhle ist nicht ganz ungefährlich, denn man steht sehr nah am Loch und es geht sehr tief runter. Dafür stehen zwei Rettungsschwimmer mit am Loch, welche einem behilflich sind und einen auch festhalten.

Auf dem Gelände gibt es einen Inselgarten, welcher sich im Aufbau befand. Die kapverdischen Inseln werden mit Pflanzen dargestellt. Eine sehr schöne Idee.

Zudem gibt es einen Aussichtsturm mit einer Ausstellung zur Flora und Fauna auf Sal.

Der Eintritt auf das Areal beträgt 5€ pro Erwachsenen. Kinder zahlen ab einer Größe von 125 cm den gleichen Preis. (Stand Juni 2026)

Santa María – das touristische Zentrum

Die kleine Stadt Santa María liegt im äußersten Süden von Sal und ist der touristische Hotspot der Insel. Hier gibt es viele Hotels, Ferienwohnungen, einen größeren Supermarkt, mehrere Minimärkte, Apotheken, Touranbieter, Mietwagenverleih, etc. Die Menschen sind jedoch nicht zu aufdringlich. Es gibt zwar sehr viele Einheimische, welche versuchen dich in ihre Shops zu locken oder dir eine Tour über die Insel anzubieten, dennoch fühlten wir uns nie bedrängt. Ein „Nein“ wurde von uns jedoch immer ausnahmslos respektiert.

Auch die Einheimischen leben entweder in Santa María oder in Espargos, der Hauptstadt der Insel.

Da sich unsere Ferienwohnung in Santa María befand, schlenderten wir entspannt durch die kleine Stadt. Es gibt mehrere Straßen mit Touristenshops und Ständen.

Ein Highlight ist der alte Hafen, Porto Antigo.

In dieser geschützten Badebucht entspannen gleichwohl Einheimische und Touristen. Auch wir spielten am Strand und plantschten im Wasser eine ganze Weile. Das Wasser ist kristallklar und im Juni angenehm warm.

Es gibt eine lange Strandpromenade. Auch hier befinden sich viele Restaurants und Touranbieter. Die Sandstrände von Sal sind wunderschön weiß und das Wasser ist herrlich blau.

Die Strandabschnitte in der Nähe der Luxushotels „RIU“ und „Hilton“ sind besonders schön. Die weißen Sandstrände und das kristallklare, blaue Wasser sind eine Augenweide. Hinzu kommen von Palmen gesäumte Strandabschnitte, die richtiges Urlaubsfeeling aufkommen lassen.

In Santa María gibt es einen sehr kleinen Spielplatz mit Rutsche und Wackeltier. Dieser befindet sich an der Praça Présidente.

Salinen bei Santa María

Auf Sal gibt es verschiedene Salinen. Wir haben einen Spaziergang von Santa María aus unternommen und sind aus dem Stadtzentrum Richtung Norden gelaufen. Dort befinden sich viele Salinen.

Salinen bei Santa María

In diesen Salinen gibt es auch ein kleines „Schwimmbad“. Für 4€ pro Person kann man in dem kleinen schlammigen Salzwasser baden. Als wir dort waren, war jedoch keiner vor Ort und wir verzichteten auf das Bad.

Wir sahen hier auch, wie der Tourismus und das authentische Leben der Einheimischen aufeinander prallt. Während einige Kilometer entfernt Touristen in schicken Hotels mit Pool entspannen, arbeiten Kinder mit ihren Familien in den Salinen. Sie verkaufen Salz und leben in kleinsten Wellblechhütten.

Pacha Mama Eco Park

Der Pacha Mama Eco Park ist eine Mischung aus Botanischen Garten und Tierpark.

Er ist eine grüne Oase auf der sonst so kargen und sandigen Insel. Die Tiere, die hier leben, wurden gerettet, entweder von der Straße oder auch als touristische Attraktion.

Im Park gibt es Ziegen, Esel, Hühner, Pfauen, Vögel, Schildkröten, Affen, Papageien und Pferde.

Ein selbstgebauter Spielplatz mit Schaukel, Sandbereich und Wippe befindet sich auch im Park.

Im Park gibt es ein tolles Café mit leckerem Eiskaffee, Bananenbrot und Hibiskus- und Baobabeis.

Der Eintritt kostet 5€ für alle Besucher ab 6 Jahren. Kinder unter 6 Jahren zahlen keinen Eintritt. (Stand Juni 2026)

Murdeira

Murdeira ist ein kleiner Ort an der Westküste von Sal. Der Ort ist sehr ruhig und dient lediglich touristischen Aufenthalten. Es stehen wunderschöne Apartmenthäuser bereit. Es gibt einen großen Pool und gegenüber ein Restaurant.

Die Strandpromenade und der weiße Sandstrand sind wirklich sehr schön. Wer Ruhe und Abgeschiedenheit sucht, ist in Murdeira richtig.

Fata Morgana

Im Inselzentrum kann man bei einer Fahrt durch die Wüste eine Fata Morgana bestaunen. Für uns war es das erste Mal, dass wir in der Wüste dieses Phänomen beobachten konnten. Wir sahen am Horizont eine Lichtreflexion, welche eines großen Sees gleichkam. Die Verwechslung ist wirklich täuschend echt.

Sal auf den Kap Verden hat uns wirklich sehr gut gefallen. Für eine Woche ist es eine perfekte Urlaubsdestination um ausreichend Zeit für Entspannung zu haben und trotzdem die Highlights der Insel kennenzulernen. Die Insel ist perfekt auf den Tourismus ausgelegt. Es gibt viele Hotels und Ferienwohnungen mit Pool, traumhafte Strände und sehr nette und offene Menschen.

Gern möchten wir noch weitere kap verdische Inseln bereisen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert