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Die schönsten Dörfer und Städte in Andalusien, Spanien

Entdecken Sie Andalusien mit Kindern, traumhafte Orte, schöne Strände und spannende Ausflugsziele für Ihren Familienurlaub.

Michaela 11 Min. Lesezeit

Wir haben ein Jahr in Fuengirola gelebt und dabei zahlreiche Orte in Andalusien entdeckt.

Andalusien eignet sich hervorragend als Urlaubsziel mit Babys und Kindern. Die südspanische Region bietet einen Mix aus traumhaften Orten, herrlichen Bergen und dem Meer in der Nähe.

Almería

Almería liegt an der Costa Tropical und bietet ein ganzjährig mildes Klima.

Die Hauptattraktion in Almería ist die Alcazaba, eine Festung die über der Stadt thront.

Der Ausblick auf Almería und das Mittelmeer ist atemberaubend. Die maurische Festung ist, nach der Alhambra in Granada, die zweitgrößte maurische Festung in Spanien.

Der Bau der Alcazaba begann 955 unter dem Kalifen Abd ar-Rahman III. Sie wurde auf einem ca. 85m hohen Hügel oberhalb der Stadt erbaut. Bis ins 15. Jahrhundert diente sie als Residenz der muslimischen Stadtherren. Im Jahr 1522 traf ein Erdbeben die Stadt schwer und eine weitere Nutzung der Alcazaba war unmöglich. Weite Teile der Festung wurden dabei zerstört. Anschließend wurden einige Bereiche neu errichtet und wieder aufgebaut, jedoch verlor sie ihre maurischen Wurzeln und christliche Einflüsse spielten mit hinein.

Auf der Festung können drei verschiedene Bereiche besichtigt werden. Schon der Weg hinein in die Alcazaba ist wunderschön.

Hinter dem Festungstor können die einstigen Wohnräume und Bäder der damaligen Stadtherren besichtigt werden. Es ist eine wunderschöne Gartenanlage mit Wasserläufen und kleinen Springbrunnen.

Im zweiten Bereich betritt man den höfischen Bereich. Das Zisternenhaus des Kalifen, die Kapelle und das Badehaus können besichtigt werden.

Im letzten Bereich sieht man eine ehemalige Burg der katholischen Könige.

Die Wege in der Alcazaba sind herrlich verwinkelt, mittels Treppen gelangt man zu den Burgmauern. Das Plätschern des Wassers und die vielen Bäume und Kräuter wirken wie eine Oase vor dem wüstenähnlichen Hinterland.

Die Alcazaba wurde seit ihrer Errichtung mehrfach durch Kriege zerstört. Heute steht sie in vielen Teilen wieder aufgebaut da und gilt als Hauptsehenswürdigkeit in Almería.

Etwas nördlich von Almería befindet sich eine der bedeutendsten archäologischen Ausgrabungsstätten, Los Millares. Das besondere ist, dass hier Wohnstätten und Gräber unmittelbar nebeneinander waren. Die kupferzeitliche Siedlung geht auf das Jahr 3200 – 2400 v. Chr. zurück. Nach einem verheerenden Brand und Kämpfen wurde die Ansiedlung schließlich aufgegeben.

Die archäologische Stätte ist gratis zu besichtigen. Es gibt ein Besucherzentrum mit einem Film und vielen Hintergrundinformationen zur Stätte.

Auf dem Freigelände gibt es eine nachgebaute Wohnsiedlung. Hier kann man anschaulich sehen, wie die Menschen lebten, welche Tiere sie besaßen und auch wie sie ihre Mitmenschen bestatteten. In diese nachgebauten Gräber kann man auch hinein kriechen.

Die Menschen lebten mit ihren Schafen, Ziegen und Kühen. In freier Wildbahn gab es Wildschweine, Hirsche, Füchse und sogar Schildkröten.

Die Stätte war von mehreren Wällen umgeben. Im Laufe der Zeit wuchs die Siedlung mehr und mehr und wurde durch weitere Wälle vergrößert.

Weltweit ist diese Stätte bekannt für die größte Ansammlung an Kuppelgräbern. Auf dem Gelände gibt es mehr als 100 dieser Gräber. Somit ist Los Millares der einzige Fundort, von dem Siedlung und Bestattungsplatz gleichermaßen bekannt sind.

Ebenfalls nördlich von Almería befindet sich die Halbwüste Tabernas. Ihre markanten Felsformationen wirken beeindruckend. Die Wüste ist gut erreichbar und an das Straßennetz angebunden. Einige Wanderungen führen durch die Wüste. Hier befinden sich auch zwei Western City Parks, in denen einige Hollywood-Filme gedreht worden sind.

Antequera

Antequera ist eine Kleinstadt nördlich von Málaga in den Bergen. Die 41.000 Einwohner Stadt ist bekannt für ihre, seit 2016 zum UNESCO Weltkulturerbe zählenden, Gräbern aus der Jungsteinzeit.

Wir haben die Dolmen de Menga und Dolmen de Viera besucht. Das Dolmen de Menga ist 6000 Jahre alt und das Dolmen de Viera 5500 Jahre alt. Die beiden Gräber stammen aus der Jungsteinzeit und sind ein fantastischer Zeitzeuge der Spuren, die uns die Menschen hinterlassen haben.

Im Besucherzentrum haben wir einen Film über die Bauweise der Gräber geschaut. Die Menschen mussten beschwerlich arbeiten, um die Megalithengräber per Hand und mit viel Zugkraft zu erbauen. Es gibt Virtual-Reality Brillen, um sich die Dolmen anzusehen und eine Ausstellung zum Leben der Menschen damals in der Region.

In der Ferne sieht man den Berggipfel Peña de los Enamorados. Die Silhouette ähnelt einem liegenden menschlichem Gesicht. Für die Menschen war dies die Verbindung zwischen Himmel und Erde, dem Leben, der Veränderung und dem Tod.

Besucherzentrum im Vordergrund

Unweit des Dolmen von Menga, befindet sich der dritte Dolmen, der Tholos de El Romeral. Die Steine sind hier ein wenig anders, kleiner und leichter. Daher wird angenommen, dass dieser Dolmen schneller und effizienter erbaut werden konnte.

Der Besuch der Dolmen und des Besucherzentrums ist gratis.

Antequera wird aufgrund seiner Lage zwischen Málaga, Córdoba, Sevilla und Granada auch als Herz Andalusiens bezeichnet.

Die Gassen der Altstadt sind wunderschön.

Antequera hat über 40 Kirchen, welche besichtigt werden können. Besonders schön ist die Iglesia de San Sebastián.

Im Umland sind noch Reste römischer Thermen zu sehen.

Unweit von Antequera liegt das Wanderhighlight El Torcal. Dieses Wanderparadies war früher ein Urzeitmeer, an deren Stelle viele Fossilien gefunden wurden.

Heute führen zwei Wanderrouten durch die felsige Landschaft. Da wir schon einmal die gelbe Route liefen, entschieden wir uns diesmal für die kürzere grüne Route.

Die Landschaft ist absolut traumhaft und erinnerte uns sehr an die sächsische Schweiz und das Zittauer Gebirge in Deutschland. Die Felsformationen sind absolut beeindruckend im Naturpark. Die Kalkfelsen sehen aus als wären sie übereinander gestapelt worden und ragen in die Höhe.

Baelo Claudia

Die einstige römische Stadt Baelo Claudia liegt zwischen Tarifa und Cádiz direkt am Atlantik und wurde im 2. Jahrhundert v. Chr. gegründet.

Die Stadt entstand und prosperierte durch ihre Fischzucht. Hauptsächlich wurde hier Thunfisch verarbeitet und bis nach Rom exportiert. Der Handel wurde auch mit dem naheliegenden Afrika unternommen. Die begehrte Würzsoße Garum wurde daraus hergestellt. Ende des 6. Jahrhunderts n. Chr. verließen die Römer die Stadt. Erdbeben und ein Tsunami vernichteten große Teile der Stadt.

711 begannen die Mauren ihren Eroberungsfeldzug, beginnend im Süden von Andalusien gen Norden. Sie beherrschten 700 Jahre lang Teile Andalusiens. Die Grenzen in den jeweiligen Gebieten wurden immer wieder verschoben, daher heißen viele Dörfer in dieser Region heute „de la frontera“.

Auf dem großzügigen Areal können heute das ehemalige, gut erhaltene Amphitheater, die Basilika mit einer Statue des Kaisers Trajan, die Thermen, das östliche Stadttor und die Garummanufaktur direkt am Strand. Besonders schön sind die Ausblicke auf den Atlantik und die hohen Dünen.

Hinweistafeln erklären anschaulich die Historie.

Ergänzt wird der Besuch durch ein wissenswertes Informationszentrum.

Der Besuch ist für EU Bürger gratis. (Stand Oktober 2026)

Benalmádena

In Benalmádena, unweit von Málaga, an der wunderschönen Costa del Sol, kann man etwas Besonderes erleben. Eine Seilbahn befördert einen in nur 15 Minuten vom Stadtzentrum auf den Berg Calamorro in 769m Höhe.

Die Aussicht vom Calamorro reicht im Osten bis nach Málaga, im Westen bis nach Fuengirola. In der Ferne ist das große Bergmassiv der Sierra Nevada zu sehen und an klaren Tagen reicht der Blick bis zum Atlasgebirge in Marokko.

Oben angekommen, haben wir eine Rundwanderung um den Calamorro unternommen. Auf ca. 2,8 km hatten wir herrliche Ausblicke und kamen beim steilen und steinigen Anstieg zurück zur Seilbahnstation, sogar etwas ins Schwitzen. Der Weg war herrlich und abenteuerlich. Unseren Kindern hat es sehr gut gefallen.

Oberhalb der Seilbahnstation befindet sich ein Aussichtsplateau, welches mit Geländer gesichert ist. Auch dort lohnt es sich einen Spaziergang zu unternehmen oder eine Rast einzulegen.

Neben der Anreise mit der Seilbahn gibt es auch die Möglichkeit den Calamorro zu erwandern. Wir nahmen die Seilbahn zurück nach Benalmádena.

Coín

Coín ist bekannt für die Weinproduktion des bekannten Málagaweines. Die Trauben befinden sich im fruchtbaren Tal des Flusses Guadalhorce.

Die Kleinstadt hat ca. 26.500 Einwohner und hat ein schönes Stadtzentrum. Die typischen weißen Häuser und engen Gassen in Andalusien lassen sich auch in Coín finden. Wir besichtigten die Kirche Iglesia y Convento de Santa María de la Encarnación, deren Fundamente schon 1485 auf den Überresten einer maurischen Moschee gebaut worden sind.

Wir schlenderten durch die Gassen und ließen uns treiben.

In der Stadt gibt es verschiedene Spielplätze, die unsere Kinder begeistert haben.

Fuengirola

Eines der Wahrzeichen von Fuengirola ist die Burg, welche auf einer Anhöhe thront.

Das Castillo de Sohail ist eine im Jahre 956 erbaute Burg. Sie entstand auf Anordnung des ersten Kalifen von Córdoba, Abd ar-Rahman III.

Die Burg wurde auf den Fundamenten einer noch älteren, phönizischen oder römischen Festung, erbaut. Sie diente als Verteidigung der Küste. 1487 eroberten die Truppen des spanischen Königreichs Kastilien-León die Burg. Im Laufe der Jahrhunderte wurde die Burg stark beschädigt und um 1730 wieder aufgebaut. Im 19. Jahrhundert befand sich die Burg sogar kurzzeitig unter französischer Herrschaft.

Fuengirola hat eine römische Ausgrabungsstätte, welche aus römischen Bädern, einer Salzwasserfischfabrik und antiken Öfen besteht. Zudem gibt es noch einen Garten. Die Anlage befindet sich unweit der Bahnstation Los Boliches in Fuengirola.

Die Anlage kann gratis besichtigt werden. Ein Rundweg und Informationstafeln führen den Besucher über das Gelände. Es gibt ebenfalls ein Besucherzentrum, in dem mittels vieler Informationen beschrieben wird, wie das römische Bad damals genutzt worden ist, wie die Fischzucht funktioniert hat und weswegen sie wichtig war. Dem Fisch wurden z.B. bei herkömmlichen Krankheiten wie Erkältungen oder Magenverstimmungen Heilkräfte zugesprochen.

Fuengirola ist für seine lange Strandpromenade beliebt. Am Strand befinden sich Spielplätze, Duschen, Toiletten und Trinkwasserstellen. Alles ist sehr sauber, ordentlich und wird gepflegt. Die Sonne, das warme Mittelmeer und der feine Sandstrand begeistern neben Einheimischen, auch die Touristen und die Langzeiturlauber.

Istán

Istán gehört zu den traditionellen „pueblos blancos“ (weißen Dörfern) in Andalusien. Die kleine Gemeinde befindet sich ca. 20 km nördlich von Marbella.

Aufgrund seiner reichlichen Quellen und dem frischen Wasser, was überall im Dorf fließt, wird Istán auch als „Manantial de la Costa del Sol“ (Quelle der Sonnenküste) bezeichnet.

In den kleinen und engen Gassen des Dorfes gibt es viele Brunnen. Das frische Quellwasser schmeckt köstlich! Viele Bewässerungskanäle fließen durch den Ort und machen ihn somit besonders reizvoll für Kinder. Es macht Spaß durch den Ort zu Schlendern. Im Zentrum gibt es einige Restaurants und Bars.

Im Dorf sind die Überreste eines Wach- und Wehrturmes aus dem 13. oder 14. Jahrhundert vorhanden, dem Torre de Escalante.

Ein Highlight des Dorfes ist ein kleines Naherholungsgebiet mit einer Riesenschaukel und einer Riesenbank.

Zudem gibt es noch Fitnessgeräte und die Ausblicke auf Istán, den Stausee „Embalse de la Concepción“ und bis zum Mittelmeer sind grandios.

Im Ort gibt es zwei kleine Spielplätze mit kleinen Klettergerüsten, Schaukeln, Wackeltieren und Rutschen. Der Schiffsspielplatz Parque Infantil Puerta del Cha befindet sich an der Plaza dem Cha. Der Parque Infantil Isabella befindet sich unterhalb des Aussichtspunkten „Mirador Tajo Banderas“.

Istán ist ebenfalls Ausgangspunkt für wunderschöne Wanderungen inmitten der Sierra Nevada.

Mijas Costa

Wir sind den wunderschönen Boardwalk in Mijas Costa gelaufen. Der Weg führt direkt am Strand entlang und verläuft die ganze Zeit auf einem Boardwalk. Die Ausblicke sind traumhaft. Das rauschende Meer, die Sonne, der Strand und die warmen Temperaturen im Herbst haben uns sehr gut gefallen.

An den verschiedenen Strandabschnitten gibt es immer wieder Strandbars zum Einkehren. Trinkwasserstellen und Toiletten stehen ebenfalls zur Verfügung.

Tarifa

Tarifa ist der südlichste Ort auf dem europäischen Festland. Hier treffen das Mittelmeer und der Atlantik aufeinander.

Tarifa ist sehr beliebt bei Kitesurfern. Wir konnten zuschauen, wie sie durch die Wellen und die Luft schwebten. Wirklich sehr schön anzusehen!

Die weiße Stadt lädt zum Schlendern ein. Viele kleine Gassen beherbergen niedliche Shops und Geschäfte. Es gibt auch reichlich Restaurants, Cafés und Bars zum Einkehren.

Ein Highlight in Tarifa ist die Festung Guzmán El Bueno. Von der Festungsanlage genießt man einen herrlichen Blick auf Tarifa und das Hafengelände. Wir beobachteten die Fähren von Tanger in Marokko anlegen. Auch in der Ferne ist der afrikanische Kontinent gut zu sehen. Nur 14 km trennen Tarifs von Afrika.

Die Festung wurde 960 im Auftrag des Kalifen Abd El Rahman III. errichtet. Die Burg diente als Verteidigungsanlage um die heftig umkämpfte Meeresenge und Schutz gegen die Piraten der Berber.

Ein Rundgang führt durch die Festungsanlage. Besonders schön sind die Wege auf den Festungsmauern. In der Burg gibt es eine Ausstellung zu Verteidigungsmaßnahmen und -mitteln während der Blütezeit der Burg und dem Leben auf der Burg.

Jeden Sonntag ist der Besuch der Burg von 14:00-16:00 gratis. (Stand November 2026)

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